Dachausbau und Büroadaption Wien 01
2001-2004

Kristalliner Kontraktpunkt zu Josef Hoffmann.Mit diesem Dachausbau auf einem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Monarchie stellt Christiane Feuerstein unter Beweis, wie technisch gewagte Raffinesse und denkmalpflegerisch geforderte Diskretion ihre Balance finden. Stilgerechte Restaurierung kennzeichnet die repräsentative “Schau-seite”. Das Portal der ehemaligen k.k. Hof- und Staatsdruckerei von Josef Hoffmann aus dem Jahr 1907 wurde originalgetreu wiederhergestellt. Die Hoffmannschen Hauptthemen waren die sorgfältige Rahmung der großen Auslagenflächen sowie der markante Einsatz von Schwarz und Gold. Die Spannung wird aufgebaut durch die Dialektik zwischen poliertem belgischem Granit, so die Handelsbezeichnung für einen polierfähigen, dichten Kalkstein mit Muschelkalkeinschlüssen, und vergoldeten Zinkleisten. Der Stein wird heute durch eine Schicht von Kopalharz geschützt. Eine Rekonstruktion der wenig witterungsresistenten galvanischen Vergoldung der Leisten war aus technischen Gründen nicht möglich. Als Deckschicht dient mit witterungsbeständigen Perlglanzpigmenten versetzter Acrylharzlack.
Mit einem rundumlaufenden Fensterband wurde das Dach von außen kaum merklich, von innen die Annehmlichkeit gerader Fenster bietend, angehoben. Die neue, eigentliche “Schau-Seite”, die vormalige Rückseite, eröffnet nun mit einer spektakulären Stahl-Glaskonstruktion einen weiten Blick auf die vielfältige Dachlandschaft der Umgebung. Die skulpturalen, transparenten gegeneinander gekippten Körper des exakt eingepassten Zubaus sind in ihrer bewegten Pose erstarrt als kristalliner Kontrapunkt zum Bestand. Die Körper ruhen auf einer auskragenden Decke auf, die einen Teil des im Zuge der Sanierung überdeckten Lichthofes überdeckt. Die zwei unter dem Dach liegenden Bürogeschosse wurden saniert und die Grundrisse neu strukturiert.

Entschieden wurde auf dem Dach auf das Neue gesetzt. Dem abwechslungsreichen Ausblick auf die Dächer, mit freier Sicht auf den Stephansdom, entspricht eine differenzierte innere Raumlandschaft. Das Raumpotential des Daches wurde konsequent ausgelotet. Eine dreiläufige auskragende Stiege strukturiert intimere Wohn- und Schlafbereiche sowie die darüber liegenden exponierten und nach außen orientierten Räume.”
© Pez Hejduk
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